Dachlattung ist der Anwendungsfall, bei dem Werkzeugwahl und Arbeitsschutz
zusammenfallen. Die Nagellänge ergibt sich aus der Lattendicke, die Schaftform aus der Bewitterung –
und der Gerätetyp aus der Tatsache, dass du auf einem Schrägdach stehst.
Welches Gerät auf dem Dach zulässig ist
Das ist die erste und wichtigste Frage, und sie hat eine klare Antwort. Für Geräte mit
Kontaktauslösung gelten Verwendungseinschränkungen: Sie dürfen in der Regel bei Arbeiten auf
Baustellen mit Arbeitsplatzwechseln über Treppen, Leitern und leiterähnliche Konstruktionen nicht
eingesetzt werden – insbesondere nicht bei Arbeiten auf Schrägdächern und Gerüsten.
Für diese Arbeiten sind Geräte mit Einzelauslösung vorgesehen.
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Die Nagellänge
Standardfall ist die Dachlatte 30 × 50 mm auf einer Konterlattung oder direkt auf dem Sparren.
Nach der Faustregel – Länge ≈ 2,5 × Bauteildicke, mindestens 30 mm Einbindung in
Konstruktionsvollholz – ergibt sich:
Tabelle seitlich scrollbar →
Nagellängen für typische Lattungsaufbauten
Aufbau
Zu durchdringen
Nagellänge
Durchmesser
Dachlatte 24/48 auf Sparren
24 mm
60–70 mm
2,8 mm
Dachlatte 30/50 auf Sparren
30 mm
70–90 mm
2,8–3,1 mm
Dachlatte 40/60 auf Sparren
40 mm
90–100 mm
3,1 mm
Latte auf Konterlatte 30 mm
30 + 30 = 60 mm
90–100 mm
3,1 mm
Rauspund/Schalung 24 mm
24 mm
60–65 mm
2,8 mm
Der wichtige Punkt bei einem Aufbau mit Konterlattung: Du musst beide Schichten
durchdringen und danach noch ausreichend im Sparren einbinden. Das wird beim Rechnen gern vergessen
und ist der häufigste Grund für zu kurze Nägel auf dem Dach. Der
Rechner hilft, wenn deine Maße abweichen.
Ringschaft ist hier kein Extra
Auf dem Dach arbeitet das Holz: Temperaturwechsel von über fünfzig Grad zwischen Sommertag und
Winternacht, dazu Feuchteschwankungen. Ein Glattschaftnagel wandert dabei über die Jahre heraus –
das ist der Grund, warum alte Lattungen sich lockern.
Ringschaft, feuerverzinkt. Der Aufpreis gegenüber Glattschaft ist gering, der
Unterschied in der Auszugsfestigkeit erheblich. Bei einer Dachlattung, die dreißig Jahre halten
soll, gibt es dazu keine sinnvolle Alternative.
Schaftformen und ihre Auszugsfestigkeit
Schaftform
Auszugsfestigkeit
Wirkung
Typischer Einsatz
Glattschaft
Referenz (100 %)
Zylindrischer Schaft ohne Profilierung. Einfach einzutreiben, leicht wieder zu ziehen.
Schalung, Verpackung, alles was wieder auf soll.
Ringschaft
deutlich höher als Glattschaft
Umlaufende Ringe im Schaft verhaken sich in den Holzfasern. Der Nagel lässt sich kaum noch ziehen.
Terrassen- und Fassadenbeplankung, Dachschalung, alles was arbeitet und quietschen würde.
Schraubschaft
hoch, mit Drehwirkung
Spiralförmig verdrehter Schaft. Der Nagel dreht sich beim Eintreiben ein.
Harte oder wechselfeuchte Hölzer, Paletten, Kisten.
Kammnagel (geriffelt)
sehr hoch
Grob gerillter, dicker Schaft für Verbinderbleche.
Ausschließlich Lochbleche und Holzverbinder.
Korrosionsschutz
Feuerverzinkt ist auf dem Dach das Minimum. Galvanisch verzinkte Nägel haben
eine zu dünne Zinkschicht und sind unter der Dacheindeckung nach wenigen Jahren angegriffen.
Edelstahl A2 wird nötig, wenn die Lattung mit gerbsäurehaltigem Holz in
Kontakt steht – Eiche und Lärche – oder wenn imprägniertes Holz verwendet wird, dessen
Schutzmittel Zink angreift. Was das jeweilige Imprägniermittel zulässt, steht in seinem
Datenblatt.
Edelstahl A4 in Küstennähe und bei aggressiver Umgebungsluft.
Wann die Faustregel nicht reicht
Die Befestigung der Dachlattung ist bei vielen Aufbauten Teil des Nachweises gegen Windsog. Wie
viele Nägel je Kreuzungspunkt, in welchem Durchmesser und mit welcher Einbindung – das steht in der
Ausführungsplanung und den Vorgaben des Deckungsherstellers, nicht in einer Faustregel.
Das gilt besonders für:
Dächer in windexponierter Lage und ab bestimmten Gebäudehöhen
Aufbauten mit Aufsparrendämmung, wo die Konterlattung Lasten durchleiten muss
Alles, was mit Sturmklammern oder Sicherungen gegen Abheben arbeitet
Die Luftversorgung auf dem Dach
Der praktische Teil, über den selten geschrieben wird. Ein Streifennagler zieht rund 2 bis 3 Liter
je Schuss, und bei Lattungsarbeit setzt du zügig Nagel um Nagel. Zwei Konsequenzen:
Kesselvolumen ab 50 Litern. Ein kleiner Baustellenkompressor bricht bei
dieser Schussfrequenz im Druck ein – der Nagel steht über, und man erhöht den Druck, was den
Rückstoß verstärkt.
Schlauchlänge und -durchmesser beachten. Bei zwanzig Metern Schlauch mit
kleinem Innendurchmesser kommt am Gerät spürbar weniger Druck an, als das Manometer am Kessel
zeigt. Lieber ein größerer Innendurchmesser als ein höherer eingestellter Druck.
Kompressor aufstellen, Wartungseinheit anschließen, Druck auf den unteren Wert des
Gerätebereichs stellen.
Am Reststück Lattenholz einstellen: Kopf bündig oder minimal versenkt, nicht tiefer.
Magazin laden – erst nachdem das Gerät angeschlossen und der Druck eingestellt ist, oder
bewusst vorher bei getrenntem Gerät. Nie mit gedrücktem Auslöser hantieren.
Schlauch so führen, dass er nicht über die Traufe hängt und beim Positionswechsel nicht zieht.
Nach der Arbeit: Gerät von der Druckluft trennen, Magazin entleeren, druckfrei transportieren.
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Für Betriebe: die Förderung mitnehmen
Ein Streifennagler mit Einzelauslösung und einem Nagellängenbereich von 50 bis 100 mm erfüllt
zwei der drei zentralen Bedingungen der BG-BAU-Arbeitsschutzprämie. Wenn das Gerät zusätzlich auf
der Liste der förderwürdigen Eintreibgeräte steht, sind 50 % der Anschaffungskosten bis maximal 300 Euro
drin. Alle Voraussetzungen unter BG-BAU-Förderung.
In der Matrix
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Kompatibilitäts-Matrix: Anwendung, Gerätetyp, Befestigungsmittel, Länge und Hinweis