Gauge bei Nägeln: was 18 Gauge und 23 Gauge bedeuten
Die Umrechnung, die auf keiner Verpackung steht.
Stand: 27. Juli 2026Nägel & Klammern
Auf der Packung steht „18 Ga". Im Datenblatt deines Naglers steht „1,25 mm". Auf
der Nachbarpackung steht „23 Gauge" und daneben ein Nagel, der dünner ist als eine Heftklammer.
Das System dahinter ist einfach – man muss nur wissen, dass es rückwärts zählt.
Das Prinzip: je höher die Zahl, desto dünner
Gauge ist ein Drahtstärkemaß aus dem angelsächsischen Raum. Ursprünglich beschrieb die Zahl,
wie oft ein Draht durch ein Zieheisen gezogen wurde, um seine Endstärke zu erreichen – jeder
Durchgang machte ihn dünner. Deshalb läuft die Skala umgekehrt zur Intuition:
Die Umrechnung
Umrechnung von Gauge in Millimeter
Gauge
⌀ in mm
Nageltyp
Typischer Einsatz
23 ga
ca. 0,64 mm
Pin, kopflos
Furnier, Anleimer, Zierleisten
21 ga
ca. 0,80 mm
Pin, Mini-Kopf
feine Leisten
18 ga
ca. 1,25 mm
Brad / Stauchkopf
Sockelleisten, Rahmen, Schubladen
16 ga
ca. 1,60 mm
Stauchkopf stark
Zargen, kräftige Leisten
15 ga
ca. 1,80 mm
Stauchkopf Holzbau
Rahmen, Zargen
—
2,5–3,3 mm
Streifennagel
Lattung, Holzrahmenbau
—
4,0 mm
Ankernagel
Lochbleche, Balkenschuhe
Die drei Gauges, die im Innenausbau wirklich vorkommen
23 Gauge – der Pin
Etwa 0,64 mm, kopflos. Das Loch ist so klein, dass man es auf lackierter Oberfläche suchen muss.
Genau das ist der einzige Grund, warum es Pins gibt.
Was der Pin kann: ein Bauteil während des Abbindens von Leim in Position halten.
Eine Zierleiste fixieren, die zusätzlich verklebt ist. Ein Anleimer an einer Kante halten.
Was der Pin nicht kann: tragen. Ohne Leim ist ein Pin eine Klemme, die zufällig
aus Stahl besteht. Wer eine Sockelleiste nur mit Pins befestigt, hat sie beim ersten Staubsauger
wieder in der Hand.
18 Gauge – der Brad
Etwa 1,25 mm, Stauchkopf. Der meistverkaufte Nagel im Innenausbau, und das aus gutem Grund: Er ist
dünn genug, um in Weichholz nicht zu spalten, und dick genug, um eine Leiste dauerhaft zu halten.
Das Loch verschwindet unter einem Punkt Acryl.
Einsatzbereich: Sockelleisten, Zierleisten, Deckenpaneele, Schubladen,
Möbelrückwände, Bilderrahmen, Korpusverleimung fixieren. Das ist die Bauart, mit der ein
Stauchkopfnagler den Großteil seiner Arbeit macht.
16 Gauge – der stärkere Stauchkopfnagel
Etwa 1,6 mm, ebenfalls Stauchkopf. Deutlich mehr Haltekraft bei kaum größerem Loch. Der Nagel für
alles, was unter Spannung steht: Türzargen, kräftige Profilleisten, Fassadenschalung aus dünnen
Brettern.
Der Grund, warum das oft die bessere Wahl ist: Eine Türzarge, die mit 18 Gauge
fixiert wurde, wandert beim Ausrichten. Mit 16 Gauge bleibt sie stehen. Der Preisunterschied im
Material ist minimal – der Unterschied im Ergebnis nicht.
Welche Gauge für welche Aufgabe
Tabelle seitlich scrollbar →
Welche Gauge für welche Aufgabe
Aufgabe
Gauge
Länge
Anmerkung
Furnierkante, Anleimer
23 ga
15–25 mm
immer mit Leim
Zierleiste auf Rahmen
23 ga oder 18 ga
20–30 mm
18 ga, sobald die Leiste tragen soll
Sockelleiste 16 mm
18 ga
40–50 mm
Standardfall
Deckenpaneel, Profilholz
18 ga
35–45 mm
schräg in die Nutfeder
Möbelrückwand HDF
18 ga
15–20 mm
Klammer Typ 80 hält besser, ist aber sichtbar
Türzarge fixieren
16 ga
50–63 mm
18 ga ist hier zu weich
Fassadenschalung dünn
16 ga
50–63 mm
Edelstahl A2, sonst Rostfahnen
Dachlattung, Rahmenbau
—
65–90 mm
Gauge endet hier; ab hier zählen Millimeter
Gilt Gauge auch bei Klammern?
Teilweise. Im englischsprachigen Raum werden Klammern ebenfalls in Gauge angegeben – Typ 90
entspricht dabei ungefähr dem 18-Gauge-Bereich. Im deutschen Fachhandel setzt sich aber die Angabe
des Drahtmaßes in Millimetern durch, und die ist präziser: Klammerdraht ist
rechteckig, hat also zwei unterschiedliche Maße. 1,25 × 1,0 mm sagt mehr als „18 Gauge".
Ein Stauchkopfnagler für 18 Gauge verarbeitet keine 16-Gauge-Nägel. Der Treiberkanal ist auf eine
Dicke ausgelegt, nicht auf einen Bereich. Das ist der Grund, warum Werkstätten oft zwei
Stauchkopfnagler haben – einen für 18 und einen für 16 Gauge.
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Die zwei häufigsten Irrtümer
„Dicker hält immer besser." Stimmt bis zu dem Punkt, an dem der Nagel das Holz
spaltet. Eine 12 mm breite Zierleiste, in die ein 16-Gauge-Nagel getrieben wird, reißt auf. In
weichem oder randnahem Holz ist der dünnere Nagel oft der, der hält – weil der dickere die Faser
sprengt.
„23 Gauge ist die feine Variante von 18 Gauge." Nein, es ist eine andere
Werkzeugkategorie. Ein Pinnagler und ein Stauchkopfnagler lösen verschiedene Aufgaben. Der Pin
fixiert bis der Leim hält, der Brad befestigt dauerhaft. Wer nur eines der beiden Geräte kaufen
kann, kauft den Stauchkopfnagler.
Häufige Fragen
Passen Nägel von einem anderen Hersteller in meinen Nagler?
Oft ja, aber nie automatisch. Entscheidend sind vier Maße: Schaftdurchmesser, Kopfform, Kollationsart und – bei Streifennaglern – der Magazinwinkel. Stimmen alle vier überein, funktionieren Fremdfabrikate in aller Regel. Weicht eines ab, klemmt es. Viele Händler führen Vergleichstabellen der Systembezeichnungen; verbindlich ist allein die Betriebsanleitung deines Geräts.
Kann ich 34°-Nägel in einem 21°-Streifennagler verwenden?
Nein. Der Magazinwinkel bestimmt, in welcher Neigung die Nägel im Magazin stehen. Ein 34°-Streifen liegt im 21°-Magazin nicht plan an und wird nicht sauber zugeführt. Der Winkel ist die härteste Systemgrenze bei Streifennaglern – er lässt sich nicht umbauen.
Was bedeutet die Gauge-Angabe bei Nägeln?
Gauge ist ein Drahtstärkemaß aus dem angelsächsischen Raum. Je höher die Zahl, desto dünner der Draht. 23 Gauge entspricht etwa 0,64 mm, 18 Gauge etwa 1,25 mm, 16 Gauge etwa 1,6 mm. Die Umrechnung ist herstellerabhängig gerundet – im Zweifel gilt die Millimeterangabe auf der Verpackung.
Woran erkenne ich, welche Klammern mein Tacker braucht?
Am zuverlässigsten am Typenschild oder am Aufkleber im Magazindeckel – dort steht meist die Typenbezeichnung und der Längenbereich. Zweitbeste Quelle ist die Betriebsanleitung. Wenn beides fehlt: eine vorhandene Klammer messen. Rückenbreite und Drahtmaß bestimmen den Typ eindeutig genug.