Nageltypen für Druckluftnagler: Stauchkopf, Pin, Ringschaft, Coil
Kopfformen, Schaftformen und die Frage, was wirklich hält.
Stand: 27. Juli 2026Nägel & Klammern
Ein Nagel besteht aus Kopf, Schaft und Spitze. Klingt trivial – aber genau in
diesen drei Teilen steckt der Unterschied zwischen einer Leiste, die zwanzig Jahre sitzt, und einer,
die im zweiten Winter klappert. Diese Seite ordnet alle Nageltypen für Eintreibgeräte.
Die Typen auf einen Blick
Tabelle seitlich scrollbar →
Nageltypen mit Gauge, Schaftdurchmesser, Kopfform, Längen und Einsatz
Nageltyp
Gauge
⌀ Schaft
Kopfform
Längen
Typischer Einsatz
Pin (Stift)
23 ga
ca. 0,64 mm
kopflos
10–35 mm
Zierleisten, Anleimer, Furnier, provisorisches Fixieren beim Verleimen
Der Nagel rechts: Kopf, Schaft mit Ringprofil, angespitztes Ende. Die Maße stehen auf jeder Verpackung.
Der Kopf: wie sichtbar die Verbindung bleibt
Die Kopfform ist die erste Entscheidung, weil sie zwei Dinge gleichzeitig festlegt: wie viel
Fläche der Nagel klemmt und wie gut er sich verstecken lässt.
Kopfformen von Nägeln für Eintreibgeräte
Kopfform
Aussehen
Haltefläche
Typischer Einsatz
Kopflos (Pin)
gar keiner, gerader Schnitt
praktisch keine
Furnier, Anleimer, Fixieren beim Verleimen
Stauchkopf
kleiner Wulst, seitlich versetzt
klein
Sockelleisten, Zierleisten, Schubladen, Paneele
D-Kopf
Vollkopf, einseitig abgeflacht
groß
Streifennagler – die Abflachung erlaubt engere Streifen
Vollkopf (Rundkopf)
runder Kopf, vollständig
maximal
Konstruktion, Coilnagler, Schalung, Zaun
Ankerkopf
sehr groß, flach
sehr groß
ausschließlich Lochbleche und Holzverbinder
Der Stauchkopf ist die klügste Konstruktion in dieser Liste: Er ist so klein, dass
er im Holz verschwindet, aber so weit seitlich versetzt, dass die Nägel im Streifen dicht
nebeneinander stehen können. Deshalb passen über hundert davon in ein Magazin, während bei
Vollkopfnägeln bei sechzig Schluss ist.
Der D-Kopf ist der Kompromiss für die Konstruktion: fast die Haltefläche eines
Vollkopfs, aber durch die abgeflachte Seite können die Nägel enger stehen. Deshalb findest du ihn
bei 33°- und 34°-Streifennaglern.
Der Schaft: die Entscheidung, die niemand trifft
Hier liegt der größte Hebel, und er kostet fast nichts. Zwei Nägel gleicher Länge und Dicke
können sich in der Auszugsfestigkeit um ein Vielfaches unterscheiden – je nach Schaftprofil.
Schaftformen und ihre Auszugsfestigkeit
Schaftform
Auszugsfestigkeit
Wirkung
Typischer Einsatz
Glattschaft
Referenz (100 %)
Zylindrischer Schaft ohne Profilierung. Einfach einzutreiben, leicht wieder zu ziehen.
Schalung, Verpackung, alles was wieder auf soll.
Ringschaft
deutlich höher als Glattschaft
Umlaufende Ringe im Schaft verhaken sich in den Holzfasern. Der Nagel lässt sich kaum noch ziehen.
Terrassen- und Fassadenbeplankung, Dachschalung, alles was arbeitet und quietschen würde.
Schraubschaft
hoch, mit Drehwirkung
Spiralförmig verdrehter Schaft. Der Nagel dreht sich beim Eintreiben ein.
Harte oder wechselfeuchte Hölzer, Paletten, Kisten.
Kammnagel (geriffelt)
sehr hoch
Grob gerillter, dicker Schaft für Verbinderbleche.
Ausschließlich Lochbleche und Holzverbinder.
Die Faustregel, an der du dich orientieren kannst:
Alles, was arbeitet oder bewittert wird → Ringschaft. Holz quillt und
schwindet. Ein Glattschaft wandert dabei über die Jahre heraus, ein Ringschaft nicht. Das ist der
Grund für knarzende Dachschalungen und klappernde Zaunlatten.
Alles, was wieder abgebaut wird → Glattschaft. Schalung, Transportkisten,
Provisorien. Einen Ringschaftnagel bekommst du praktisch nicht mehr heraus, ohne das Holz zu
zerstören.
Paletten und harte Hölzer → Schraubschaft. Der Nagel dreht sich beim
Eintreiben ein, das reduziert die Spaltgefahr und hält trotzdem.
Lochbleche und Verbinder → gerillter Ankernagel. Nichts anderes. Auch dann
nicht, wenn etwas anderes hineinpasst.
Die Spitze: der übersehene Teil
Es gibt drei Anschliffe, und sie unterscheiden sich in der Spaltneigung:
Diamantspitze (vierseitig angeschliffen). Der Standard. Guter Kompromiss aus
Eindringverhalten und Spaltneigung.
Stumpfe Spitze. Klingt widersinnig, spaltet aber weniger: Statt die
Holzfasern auseinanderzukeilen, durchschlägt sie sie. Bei randnahen Befestigungen und
spaltempfindlichen Hölzern ein echter Vorteil.
Meißelspitze. Einseitig angeschliffen, lenkt beim Eintreiben leicht ab.
Selten und meist unerwünscht.
Gauge oder Millimeter?
Im Innenausbau wird die Nageldicke traditionell in Gauge angegeben, in der Konstruktion in
Millimetern. Beides bezeichnet dasselbe – die Schaftdicke. Je höher die Gauge-Zahl, desto dünner
der Nagel.
Umrechnung von Gauge in Millimeter
Gauge
⌀ in mm
Nageltyp
Typischer Einsatz
23 ga
ca. 0,64 mm
Pin, kopflos
Furnier, Anleimer, Zierleisten
21 ga
ca. 0,80 mm
Pin, Mini-Kopf
feine Leisten
18 ga
ca. 1,25 mm
Brad / Stauchkopf
Sockelleisten, Rahmen, Schubladen
16 ga
ca. 1,60 mm
Stauchkopf stark
Zargen, kräftige Leisten
15 ga
ca. 1,80 mm
Stauchkopf Holzbau
Rahmen, Zargen
—
2,5–3,3 mm
Streifennagel
Lattung, Holzrahmenbau
—
4,0 mm
Ankernagel
Lochbleche, Balkenschuhe
Die vollständige Erklärung mit Herkunft des Systems und den Rundungsfallen steht unter
Gauge bei Nägeln erklärt.
Kollation: wie die Nägel zusammenhängen
Nägel für Eintreibgeräte sind zu Streifen oder Rollen verbunden. Die Bindung ist kein Detail –
der Zuführmechanismus deines Geräts ist auf genau eine Art gebaut.
Kollationsarten und ihre Eigenschaften
Kollation
Vorteil
Nachteil
Wo verbreitet
Kunststoff
feuchtigkeitsunempfindlich, robust im Transport
Kunststoffreste fliegen beim Schuss seitlich weg – Schutzbrille ist Pflicht
20°/21°-Streifennagler, viele Stauchkopfnagler
Papier
keine umherfliegenden Reste, sauberes Arbeiten
zerfällt bei Nässe im Magazin
33°/34°-Streifennagler
Draht
sehr kompakt, hohe Magazinkapazität
Drahtreste bleiben im Werkstück oder fallen zu Boden
Coilnagler, 28°-Streifennagler
Wie lang der Nagel sein muss
Nagellänge ≈ 2,5 × Bauteildicke, mindestens 25 mm Einbindung.
Mit Rechner, Materialtabelle und den Fällen, in denen die Faustregel nicht trägt:
Nagellänge berechnen.
Material und Korrosionsschutz
Innen reicht verzinkt. Im Freien gehört feuerverzinkt hin. Und bei Eiche, Lärche, Douglasie oder
Western Red Cedar führt kein Weg an Edelstahl A2 vorbei – die Gerbsäure dieser Hölzer greift Zink
an, es entstehen schwarze Ränder um jeden Nagelkopf und Rostfahnen über die ganze Bretthöhe.
Details in der Matrix und unter
Nagler für Terrasse und Zaun.
Passen Nägel von einem anderen Hersteller in meinen Nagler?
Oft ja, aber nie automatisch. Entscheidend sind vier Maße: Schaftdurchmesser, Kopfform, Kollationsart und – bei Streifennaglern – der Magazinwinkel. Stimmen alle vier überein, funktionieren Fremdfabrikate in aller Regel. Weicht eines ab, klemmt es. Viele Händler führen Vergleichstabellen der Systembezeichnungen; verbindlich ist allein die Betriebsanleitung deines Geräts.
Kann ich 34°-Nägel in einem 21°-Streifennagler verwenden?
Nein. Der Magazinwinkel bestimmt, in welcher Neigung die Nägel im Magazin stehen. Ein 34°-Streifen liegt im 21°-Magazin nicht plan an und wird nicht sauber zugeführt. Der Winkel ist die härteste Systemgrenze bei Streifennaglern – er lässt sich nicht umbauen.
Was bedeutet die Gauge-Angabe bei Nägeln?
Gauge ist ein Drahtstärkemaß aus dem angelsächsischen Raum. Je höher die Zahl, desto dünner der Draht. 23 Gauge entspricht etwa 0,64 mm, 18 Gauge etwa 1,25 mm, 16 Gauge etwa 1,6 mm. Die Umrechnung ist herstellerabhängig gerundet – im Zweifel gilt die Millimeterangabe auf der Verpackung.
Woran erkenne ich, welche Klammern mein Tacker braucht?
Am zuverlässigsten am Typenschild oder am Aufkleber im Magazindeckel – dort steht meist die Typenbezeichnung und der Längenbereich. Zweitbeste Quelle ist die Betriebsanleitung. Wenn beides fehlt: eine vorhandene Klammer messen. Rückenbreite und Drahtmaß bestimmen den Typ eindeutig genug.